Internationaler Jugendaustausch

Wir fordern:

Lockerung der Vergabepraxis von Visa zum Zwecke der internationalen Jugendbegegnung

Abschluss eines Abkommens zum Jugendaustausch mit Großbritannien nach dem Brexit

Ein klares Bekenntnis zu offenen Grenzen innerhalb des Schengenraums

Weiterer Ausbau internationaler Fördertöpfe

Vereinfachung der Beantragung von Mitteln, insbesondere bei Erasmus+

Aktueller Sachstand:

Die Pfadfinderbewegung ist eine der größten international agierenden Jugendorganisationen weltweit. Mit insgesamt ca. 41 Millionen Pfadfinder*innen in 216 Ländern der Erde ergibt sich ein großer Bedarf an internationaler Jugendbegegnung und Austausch unter den verschiedensten Pfadfinderverbänden. Dieses Angebot an internationalem Pfadfindertum wird von allen Pfadfinderorganisationen in allen Ländern gerne und ausgiebig genutzt.

Internationale Jugendarbeit wird getragen von vielfältigen Fördermöglichkeiten.

Problemdarstellung:

Durch eine immer restriktivere Vergabepraxis bei Visa für den Schengenraum werden internationale Jugendbegegnungen zunehmend erschwert bzw. unmöglich. Pfadfinder*innen aus Drittländern, v.a. dem afrikanischen und arabischen Raum, kann in vielen Fällen nur noch mit hohen Kautionsleistungen und persönlichen Bürgschaften eine Einreise ermöglicht werden. Für vorwiegend ehrenamtlich strukturierte Jugendverbände ist dies eine nicht zu überwindende Hürde.

Unsere Sorge gilt auch den drohenden Reise-Beschränkungen durch den Brexit, die mehr als 500.000 britische Pfadfinder*innen betreffen werden. Deren Teilnahme z.B. am Europa-Treffen 2020 wird deutlich schwieriger werden.

Um eine Förderung für internationale Jugendarbeit zu erhalten und all ihren Mitgliedern eine Teilnahme zu ermöglichen, scheuen die Pfadfinderverbände keine Mühen. Allerdings sind Fördertöpfe größtenteils hoch komplex und können nur von hauptberuflichen Kräften beantragt werden. In unserer größtenteils ehrenamtlichen Struktur können viele Begegnungen aufgrund von fehlender finanzieller Unterstützung nicht realisiert werden.

Was muss passieren:

Die Vergabepraxis von Visa zum Zwecke der internationalen Jugendbegegnung muss gelockert werden. Kautionsleistungen und Bürgschaften sind in diesem Zusammenhang abzuschaffen. Für den Jugendaustausch mit Großbritannien muss ein Abkommen geschlossen werden. Wir fordern ein klares Bekenntnis zu offenen Grenzen innerhalb des Schengenraums.

Um auch weiterhin internationale Jugendarbeit für all unsere Mitglieder finanzierbar zu gestalten, müssen internationale Fördertöpfe weiter ausgebaut werden. Die Beantragung von Mitteln, insbesondere bei Erasmus+ muss sich deutlich vereinfachen, sodass auch ehrenamtliche Jugendleiter*innen die Möglichkeit der Beantragung sowie positiven Bewilligung haben. Hierzu müssen Verwaltungshürden abgebaut werden.