Geschlechtergerechtigkeit

Wir fordern:

Genderpädagogik als fester Bestandteil der pädagogischen Ausbildung/ des Studiums und der Lehrer*innenausbildung

Bessere und gerechte Entlohnung der Arbeit im sozialen Bereich und bessere Aufstiegschancen für alle Männer und Frauen in diesen Berufsfeldern.

Gendergerechte Lehrpläne im Schulwesen und eine geschlechtsbewusste Lernatmosphäre, Lehrstoffvermittlung und Didaktik

Umfangreiche kontinuierliche Sozialpraktika ab der 5. Jahrgangsstufe

Eine qualitative Weiterentwicklung und stärkere Förderung der Freiwilligendienste

Eine Genderpolitik, die die regionalen Unterschiede, insbesondere die soziale Herkunft und die demografischen Entwicklungen wahrnimmt und zur Grundlage ihres Handelns bestimmt.

Aktueller Sachstand:

Seit 1990 besteht der gesetzliche Auftrag nach § 9 Abs. 3 SGB VIII als Leitnorm zur Ausgestaltung aller Leistungen der Kinder- und Jugendarbeit. Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände haben eine vielfältige und langjährige Praxis, die zeigt wie in geschlechtsdifferenzierten Angeboten/ Formen gearbeitet werden kann. Mitarbeiter*innen werden bei uns so ausgebildet, dass eine geschlechtergerechte Jugendarbeit nicht nur in den Angeboten, sondern auch in den Strukturen und Gremien ihren Niederschlag findet. In unserer Jugendarbeit sind unterschiedliche Lebenslagen von Mädchen und Jungen schon lange berücksichtigt.

Problemdarstellung:

In der Gesellschaft erleben sich Mädchen immer noch im Zwiespalt zwischen modernen und traditionellen Rollenerwartungen bzw. Ansprüchen der Herkunftsfamilie. Die Benachteiligung von Frauen im Berufsleben ist immer noch Alltag z. B. bei der ungleichen Bezahlung oder bei der Besetzung von Leitungspositionen. In den Erziehungs- und Sozialberufen liegt der Anteil der Männer unter 20 %. In der schulischen Bildung schneiden Jungen in den letzten Jahren immer schlechter ab, machen niedrigere Bildungsabschlüsse und werden anders bewertet und gefördert. Durch den Wegfall von Wehr- und Ersatzdienst fehlen vor allem jungen Männern Einblicke in gesellschaftliche und soziale Organisationen. Mädchen und Frauen stehen vor der Aufgabe Beruf, Partnerschaft und Kinder unter einen Hut zu bringen.

Was muss passieren:

Eine Aufwertung und Reform der Ausbildung (Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen, Pädagog*innen etc.) insgesamt und der gesellschaftlichen Anerkennung der Kinder- und Jugendarbeit ist nötig. Genderpädagogik muss fester Bestandteil der pädagogischen Ausbildung/ des Studiums und der Lehrer*innenausbildung sein. Wir fordern eine bessere und gerechte Entlohnung und/ oder Eingruppierung der Arbeit und bessere Aufstiegschancen für alle Männer und Frauen in diesen Berufsfeldern. Wir fordern gendergerechte Lehrpläne im Schulwesen und eine geschlechtsbewusste Lernatmosphäre, Lehrstoffvermittlung und Didaktik. Wir fordern umfangreiche kontinuierliche Sozialpraktika (auch bei uns in den Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbänden) ab der 5. Jahrgangsstufe. Wir fordern eine qualitative Weiterentwicklung und stärkere Förderung der Freiwilligendienste. Wir fordern eine Genderpolitik, die die regionalen Unterschiede, insbesondere die soziale Herkunft und die demografischen Entwicklungen wahrnimmt und zur Grundlage ihres Handelns bestimmt.